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Rudolf Bruno Balasus

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Vorfahren von Rudolf Bruno Balasus

Vorfahren von Rudolf Bruno Balasus


Flucht aus Ostpreußen

Dies ist die Geschichte von Rudolf Balasus, dem Vater meiner Mutter. Ich habe für ihn eine kleine Familienchronik als Fotobuch gebastelt, in der ich die Stationen der Flucht und das Leben nach dem Krieg darstelle. Hier kommt ein kleiner Auszug davon.

Hintergründe zur Geschichte Preußens und zur Geschichte Ostpreußens.

Ablauf der Flucht der Familie Balasus in Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg in Ostpreußen:

Mitte Oktober 1944 überschritt die Rote Armee die Reichsgrenze zu Ostpreußen im Bezirk Gumbinnen. Die nationalsotialistische Gauleitung unterließ die rechtzeitige Evakuierung der Bevölkerung und stellte selbstständige Fluchtbewegungen unter schwere Strafe („Endsieg oder Untergang“). Deshalb setzten Evakuierung und Flucht sehr spät ein und verliefen oft, durch zu spät erteilte Räumungsbefehle, ungeordnet. Dadurch wurde ein Großteil der Zivilbevölkerung unmittelbar in Kampfhandlungen verwickelt.

Ein Teil der Bevölkerung konnte sich über das Land mit Flüchtlingstrecks nach Westen retten, ein anderer Teil wurde über die Ostsee, vor allem über den Hafen Pillau evakuiert. Insgesamt forderte die Flucht unter Kriegsbedingungen, größtenteils in den Wintermonaten, sehr viele Tote. Es wird geschätzt, dass von den ca. 2,4 Millionen Bewohnern Ostpreußens ca. 300.00 ums Leben gekommen sind.

Die Überlebenden Bewohner in Ostpreußen wurden bis 1947 fast vollständig aus ihrer Heimat vertrieben. Die überwiegende Mehrheit fand ihre neue Heimat in den westlichen Besatzungszonen von Deutschland, die meisten davon in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bayern.

v.l.n.r. Rudi, Herta, Anna und August in Ostpreußen

v.l.n.r. Rudi, Herta, Anna und August in Ostpreußen

Anna, Herta und Rudolf mussten wegen des Krieges ebenfalls fliehen. Am 16.01.1945 machten sie sich auf, ihre Heimat Wormditt für immer zu verlassen. Sie flüchteten, wie viele andere, über das zugefrorene Frische Haff Richtung Danzig. Eine der bekannten Zwischenstationen der Familie, für eine Nacht, hierbei ist Braunsberg. Die Rote Armee hatte den Weg übers Land abgeschnitten, wodurch das die einzige Möglichkeit war. Außerdem wurden die Trecks, die über das Eis zogen, ebenfalls von Sowjetischen Flugzeugen bombadiert.

Ursprünglich wollten sie mit dem Schiff Wilhelm Gustloff über den Seeweg in den Westen. Doch Rudolf wurde krank und so entschloss sich Anna nicht mit dem Schiff zu fahren und blieb in Danzig. Diese Entscheidung war großes Glück für die Familie, da die Gustloff am 30. Januar 1945 von einem russischen U-Boot torpediert wurde und sank.

Die drei blieben demzufolge bis Kriegsende in Danzig. Dort erlebten sie viele Bombenangriffe auf die Stadt und schließlich auch die Kapitulation der Deutschen. Im Spätsommer 1945 wurden die deutschen Flüchtlinge in der Stadt von Polen zusammengetrieben und in Zügen nach Deutschland geschickt.

Die Reise ging quer durch das deutsche Gebiet, bis schließlich Anna und die Kinder in Damgarten den Zug verlassen mussten. Dort wohnten sie so lange, bis Annas Bruder Kurt, dem Anna einen Brief geschrieben hatte, sie bei sich aufnahm. So zogen die drei nach Roßdorf.

Stationen zur Flucht von Anna und den Kindern

Stationen zur Flucht von Anna und den Kindern

(Karte: ca. 1925, Quelle: wikimedia)

Aber Annas Bruder blieb dort nicht lange. Er erhoffte sich Arbeit auf dem Gut Herrenhölzer, in der Nähe von Brandenburg an der Havel. Somit verließ die Familie Roßdorf und zog weiter. Doch auch in Herrenhölzer währte die Arbeit für Kurt nicht lange und sie zogen wiederum nach Kützkow.

Nachdem auch dort Kurt nicht glücklich war, beschloss Anna diesmal nicht weiter zu ziehen. Sie blieb mit ihren Kindern in Kützkow, während der Bruder weiter zog.

August, der bereits Soldat im Ersten Weltkrieg war, wurde 1939 einberufen um Befestigunsanlagen und Bunker zu bauen. Er geriet in russische Gefangenschaft, aus der er 1948 wieder frei kam.

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  2. […] Die Flucht von Rudi und seiner Familie kann nun angeschaut werden. […]

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